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Stefans Kos-Seite - Kos-Stadt

Lage der westlichen Ausgrabungen
© by Constantinos Hatzipavlis

Die Westlichen Ausgrabungen

Mehrere hundert Jahre lang war das Areal der westlichen Ausgrabungen ungenutzt und wurde nicht neu bebaut. Die Reste der antiken Bauwerke befinden sich deshalb in einem relativ guten Zustand.

Auf dem Gelände gibt es zwei antike Straßen. Die in ostwestlicher Richtung verlaufende Straße heißt Decumana (Bild #1). Sie wurde von Säulenhallen gesäumt und kreuzt die kleinere Strasse.

Die kleinere Straße heißt Via Cardo (wörtlich Achse, Bild #2) und führte wahrscheinlich zum Hafen. Auf beiden Seiten der Straße sieht man Steinplatten, die Spuren von Fahrzeugen der damaligen Zeit aufweisen.

Öffnungszeiten: Di - So von 8 bis 16 Uhr, Eintritt frei


Das Paris-Urteil

© 2002 by Stefan O. Schüller

Mosaik "Das Paris-Urteil"

Am nördlichen Ende des Geländes ist ein großes Mosaik aus römischer Zeit zu sehen. Es zeigt die 9 Musen, Apollon als Musenführer, Dionysos und das Urteil des Paris. Dys große Mosaik ist zum Schutz vor Sonne und Regen mit einem Dach versehen.

Die Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite stritten, wer von ihnen die Schönste sei. Paris eilte in Begleitung des Götterboten Hermes als Schiedsrichter herbei. Er entschied sich für Aphrodite und überreichte ihr zum Zeichen des Sieges einen Apfel.


Die frühchristliche Basilika

In der Nähe des großen Mosaiks wurde auf den Ruinen eine frühchristliche Basilika errichtet. Die Außenmauern weisen zahlreiche Nischen auf (Bild #3).

Das Gymnasion

Das Gymnasion (Palästra), eine antike Übungsstätte, stammt aus hellenistischer Zeit. Es bestand aus einer langgestreckten Säulenhalle, die in nordsüdlicher Richtung verläuft.

© 2002 by Stefan O. Schüller

Die Säulen des Gymnasions

Die Lauf­bahn wurde damals Xysto Dromos genannt (Abschabe-Straße), weil alle Sportler ihren Körper mit Öl einrieben, bevor sie den Wettkampf antraten. Nach den Wettkämpfen schabten sie das Öl, den Sand und den Schweiß mit einem speziellen, metallischen Gegenstand von ihren Körpern.

Von den ursprünglich 81 dorischen Säulen wurde 17 wiedererrichtet. Das Dach wurde auf der einen Seite von den Säulen und auf der anderen Seite von einer Wand getragen.

Das Nymphäum

© 2015 by Stefan O. Schüller

Blick in das Nymphäum

Das Nymphäum liegt gegenüber den Thermen, östlich der Via Cardo. Es wurde im 3. Jh. v. Chr. errichtet und enthielt öffentliche Toiletten (Wespasiane), die später Nymphäum genannt wurden, da der Platz so schön war. Die Archäologen dachten anfänglich, dass es eine Anbetungsstätte der altgriechischen Gottheiten der Nymphen wäre.

In der Mitte der Anlage befindet sich ein Innenhof mit schönen Mosaiken und einem Brunnen in seinem Zentrum. Der Innenhof ist auf drei Seiten von Säulen umgeben. Die vierte Seite ist von einer Mauer begrenzt die drei Nischen aufweist, in denen wahrscheinlich Statuen zur Zierde standen.

Durch eine Gittertür an der Seite lässt sich ein Blick in die äußerlich unscheinbare Anlage werden.


Die Westthermen

© 2015 by Stefan O. Schüller

Die Westthermen an der Via Cardo

Zwischen dem Gymnasion und der Via Cardo liegen die römischen Westthermen. Zu ihnen gehörte ein grosses, bogenförmiges Gewölbe mit Mosaiken an der Decke. Ein 6,5 mal 7 Meter großes Teilstück kann man noch heute sehen. Es befindet sich in gutem Zustand.

Im Boden des Hauptsaal wurde von Basissteine gestützt, die gut zu erkennen sind. Die Thermen wurden beim Erdbeben 469 v. Chr. zerstört.

Das Haus der Europa

© 2015 by Stefan O. Schüller

Die Entführung der Europa

Das "Haus der Europa" ist eine römische Villa, die 142 n. Chr. auf den Ruinen eines älteren Ge­bäudes errichtet wurde. Die Villa befindet sich zwischen anderen Ruinen im südöstlichen Teil des Ausgrabungsgeländes.

In einem der Räume wurde ein 3,8 x 3m großes Mosaik gefunden. Es zeigt die nackte Europa, die von den Wellen fortgetragen wird und sich an einem Stier festhält. Aus der griechischen Mythologie wissen wir, dass der Stier der verwandelte Gott Zeus ist. Vor dem Stier steht Eros mit einer Fackel.

Neben diesem Raum befindet sich ein Hof, der sieben Meter lang und sieben Meter breit ist. Die anderen Räume umgeben diesen Hof. Das Bad ist von Bedeutung wegen seiner technisch perfekten Entwässerung.

 

© 2015 by Stefan O. Schüller

Die in ostwestlicher Richtung verlaufende Decumana.






Text: Constantinos Hatzipavlis, Stefan O. Schüller. Bilder: Constantinos Hatzipavlis, Jan Theo Bakker. Gestaltung: Stefan O. Schüller

Zuletzt aktualisiert am 28.06.2017