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Die Burg Nerátzia

Die Burg Nerátzia

Die Burg Nerátzia (auch als Joh­anniter-Festung oder Jo­hanniter-Kastell bezeichnet) liegt am Eingang des Mandráki-Hafens. In der Antike bildete das Gelände der Burg eine kleine, vorgelagerte Insel, die mit der Hauptinsel über eine Brücke zu erreichen war. Noch heute ist die Brücke zu sehen. Sie führt über die Palmenallee, die während der italienischen Besatzung an Stelle des Wassergrabens errichtet wurde. Bereits vor der Ankunft der Johanniter standen hier Festungsanlagen zum Schutz des Hafens.

Die Johanniter-Burg besteht aus zwei Verteidigungsringen. Der innere Ring entstand im frühen 14. Jh., kurz nachdem sich die Johanniter auf Kos niederließen. Er wird an den Ecken von vier runden Türmen begrenzt und von einem Wassergraben umschlossen, über den eine Zugbrücke führt.

Der südöstliche Turm des inneren Ringes bildet einen Teil des größeren, äußeren Ringes. Dieser wurde am Ende des 15. Jh. erstellt, um der zunehmenden Bedrohung durch das osmanische Reich zu begegnen (Angriffe von Sultan Bayazit dem 1. auf Kos). Der äußere Mauerring wurde deshalb mit Zinnen, Schießscharten und massiven Bastionen an den vier Ecken versehen.

Vom Platanenplatz führt eine Steinbrücke über den ehemaligen Burggraben zum Eingang der Festung.
Links vom Eingang befindet sich die Bastion, die 1514 von dem Ordensgroßmeisters Fabrizio del Carretto errichtet wurde.
Von dort kann man den inneren Festungsring gut überblicken (im Hintergrund das türkische Festland).
Der von Pierre d’Aubusson errichtete “Turm” befindet sich an der Nordwestseite der Anlage und beherrscht die Hafeneinfahrt.
Der nordwestliche Turm des inneren Festungsringes hat sich nach außen geneigt.
Von dort übersieht man den inneren Teil der Festung mit dem leicht aufragenden Südostturm.
Der Südostturm fällt zum äußeren Festungsring steil ab.
Der äußere Festungsring vom südwestlichen Turm des inneren Rings gesehen.

Für den Bau der Burg wurden neben örtlichem Gestein, auch Bruchstücke der antiken Stadt verwendet. An der Oberseite des Mauerwerks befinden sich zahlreiche Wappen. Am Haupteingang ist ein hellenistisches Fries mit Gesichtern und steinernen Girlanden zu sehen.

Der älteste erhaltene Teil der Festung ist der runde Turm links von der Zugbrücke. Er trägt das Wappen von zwei Ordensgroßmeistern: De Lastic (1437 - 1454) und de Milly (1454 - 1461). Mit dem Bau des äußeren Ringes begann der Ordensgroßmeister d'Aubusson im Jahr 1495. D' Amboise führte den Bau weiter und Del Carretto schloß 1514 die Arbeiten ab.

An der Nordseite errichteten die Ritter zwischen den Verteidigungsringen ein Waffenlager. Es wurde während der italienischen Besatzung wiederhergestellt und dient heute als Museum. Hier können Altare, Skulpturen und Inschriften besichtigt werden.

Auch die Burg Nerátzia wurde bei dem Erdbeben am 21.07.2017 beschädigt und kann deshalb zur Zeit leider nicht besichtigt werden.



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Zuletzt aktualisiert am 04.05.2017